NaturstammhausHäufig wird das Naturstammhaus mit einem Blockhaus gleichgesetzt. Das ist jedoch nicht richtig. Beim Bauen von Naturstammhäusern kommen ausschließlich behandelte Baumstämme zum Einsatz. Bei einem Blockbohlenbau hingegen bildet ein Rahmen aus Holzstreben die Basis. Die Stämme bilden hier lediglich eine optische Verkleidung. Was es bei Stammhäusern sonst noch zu beachten gibt, Preise sowie Vor- und Nachteile.

Das Naturstammhaus gehört zu den Königsdisziplinen des Holzbaus. So erfordert die Verwendung von massiven Holzstämmen als Baumaterial äußerst präzises Arbeiten. Denn anders als bei normierten Holzplanken muss jeder Naturstamm einzeln so bearbeitet werden, dass er in das Gesamtgebilde passt. Das hat seinen Preis. Wer ein Naturstammhaus kaufen möchte, muss mit etwa 2.200 Euro pro schlüsselfertigen Quadratmeter rechnen. Damit ist ein Naturstammhaus deutlich teurer als beispielsweise ein Holzständerbau. Dafür profitieren Eigentümer allerdings von einigen Vorteilen.

Vor- und Nachteile von Naturstammhäusern

Holz als Baumaterial zählt zu den nachhaltigsten Möglichkeiten. So ist es nachwachsend und CO2-neutral. Viele Hersteller beziehen das Holz für Ihr Naturstammhaus aus der unmittelbaren Umgebung, was die Transportwege kurz hält und zusätzlich Emissionen spart.

naturstammhausDoch nicht nur für die Umwelt – auch für die Bewohner bietet ein Vollholzhaus einige Vorteile. So sorgen Massivholzwände für einen stetigen Feuchtigkeitsausgleich im Inneren des Naturstammhauses. Das liegt an der kapillaren Eigenschaft von Holz: Bei hoher Luftfeuchtigkeit nimmt es Feuchtigkeit aus der Luft auf, bei trockener Luft gibt es diese Feuchtigkeit wieder an die Umgebungsluft ab. Das sorgt dafür, dass in einem Naturstammhaus jederzeit ein angenehmes Raumklima herrscht.

Darüber hinaus verfügen Holzwände, -decken und -böden bereits von Natur aus über eine gute Wärmeisolierung und Trittschalldämmung. Aus diesem Grund kommen Häuser aus Vollholzstämmen mit wenig oder sogar ganz ohne zusätzliche Dämmstoffe aus.

Für Eigentümer von Naturstammhäusern ergeben sich demnach insgesamt folgende Vorteile:

  • Ökologisches Bauen: Das Bauen mit Holz leistet einen positiven Beitrag zur Klimawende.
  • Gesundes Wohnen: Holzwände sorgen für ein angenehmes und gesundes Raumklima.
  • Gute Trittschall- und Wärmedämmung: Hölzerne Bauteile kommen benötigen keine bis wenig zusätzliche Dämmung.

Nachteile und Vorurteile

Der deutlich höhere Bau- und Planungsaufwand führt dazu, dass der Preis für ein Naturstammhaus wesentlich höher ist als für ein Holzrahmenhaus.

Ein weiterer Nachteil ist Setzung. Das Gewicht der Naturstämme presst die Masse zusammen. Das führt dazu, dass die Decke in der Zeit nach dem Bau einige Zentimeter niedriger wird. Das gilt es bereits bei der Planung zu berücksichtigen, beispielsweise für die Höhe von Lampen und Dunstabzugshauben.

Übrigens: Dass Holzhäuser über einen schlechteren Brandschutz verfügen, kann als Mythos abgetan werden. Die Wände aus Stämmen sind so massiv, dass sie nicht schneller Feuer fangen als bei Massivhäusern.

Preise für ein Naturstammhaus

Der Preis für den Rohbau liegt bei etwa 800 Euro pro Quadratmeter, die Kosten für den schlüsselfertigen Quadratmeter bei um die 2.000 Euro. Damit kostet ein Naturstammhaus etwa 30 bis 40 Prozent mehr als ein Holzhaus in Leichtbauweise, was durch den höheren Aufwand zu begründen ist.

Eine günstige Alternative bietet ein Bausatz. Hier erhält der Eigentümer Baupläne und Material vom Hersteller, übernimmt den Bau selbst jedoch in Eigenregie. Der Bausatz ist allerdings nur etwas für Profis.

Um Kosten zu sparen, setzen einige Eigentümer auf Naturstammhäuser aus Polen. Durch niedrigere Lohnkosten können Anbieter aus Polen günstiger produzieren. Hier sollten Sie sich jedoch vorab ausgiebig über die Qualität des Anbieters informieren. Verkäufer aus dem Ausland haben häufig nicht die gleichen Standards wie hierzulande.