haus in modulbauweiseIn den 1970er-Jahren verbreiteten sich Einfamilienfertighäuser in Deutschland. Der günstige Preis und die schnelle Bauzeit sorgten für Popularität. Einzig der optische Auftritt weckte viele Jahre Skepsis. Ein Fertighaus sah lange aus wie ein Fertighaus.

Seitdem hat sich die Modulbauweise für ein Haus weiterentwickelt. Aus zusammengesteckt wirkenden Wänden und eingeklinkten Dächern entstanden zunehmend Häuser in Modulbauweise, die von herkömmlichen Wohngebäuden kaum noch zu unterscheiden sind.

Seit sich kleine Häuser, oft auch als Mini-, Single- oder Kleinhaus bezeichnet, als feste Wohngebäude zur Alternative für „normale“ Wohnhäuser mausern, hat die Modulbauweise in diesem Marktsegment erfolgreich Einzug gehalten. Moderne und kreativ gestaltete Modelle der etwa zwanzig deutschen Anbieter vereinfachen Planung, Bau und senken Kosten.

Konstruktionsarten von Basis und Rohbau

Die Konstruktionsarten von Häusern in Modulbauweise unterscheiden sich bei den einzelnen Herstellern teilweise erheblich. Das beginnt bei den verwendeten Werkstoffen, die von Holz und holzbasierten Werkplatten über Stahl und Stein bis hin zu Aluminium, Glas und Ziegel reichen. Generell sind die Systeme so angelegt, dass ein Basiselement umgestaltet und erweitert werden kann.

Manche Hersteller stellen Verkleidungen in den Mittelpunkt und bieten „nackte“ Rohbauten an. Andere setzen auf durchgängige Massivbauweise, die an Blockhüttenbau erinnert. Ausgeklügelte Bodenplatten-, Wand- und Dachsysteme können in Ständerbauweise oder als Steckelemente angelegt sein. Es gibt Hersteller, die ihre Modulbauweise so gestalten, dass für den Rohbau ein Hammer als einziges Werkzeug benötigt wird.

Vor- und Nachteile

Über den persönlichen Geschmack lässt sich nicht streiten. Was einem Käufer als entscheidender Vorteil gilt, ist für andere Bauherren inakzeptabel. Ein kleines Häuschen in Modulbauweise besitzt charakteristische Eigenschaften. Ob sie als Vor- oder Nachteile bewertet werden, ist geschmacksabhängig. Im Folgenden sind die Eigenschaften entsprechend der gängigen Beurteilungen in Vor- und Nachteile aufgelistet:

Vorteile:

  • Niedrigere Kosten wegen schneller und unaufwendiger Montage
  • Werkstoffpreise durch standardisierte Herstellungsmethoden günstiger
  • Selbstbau zu großen Teilen möglich
  • Anpassungsfähigkeit an persönlichen Bedarf und Geschmack
  • Anpassungsfähigkeit an baurechtliche und gesetzliche Anforderungen
  • Potenzielle Erweiterung bei entsprechenden Konstruktionsarten möglich
  • Transportfähigkeit und Lieferaufwand der einzelnen Bauteile
  • Statik vom Hersteller bereits berechnet und genehmigungsfähig umgesetzt
  • Haus Preis für Modulbauweise an das vorhandene Budget anpassbar
  • Rein ökologische Bauweise mit ausschließlicher Biobaustoffverwendung wie Holz möglich

Nachteile:

  • Entsprechend der Konstruktionsweise gestalterische Einschränkungen
  • Kein massives „festes“ Mauerwerk und entweder dünne oder Doppelwände
  • Hoher Schall- und Wärmedämmungsaufwand
  • Einschränkungen bezüglich Wahl der Haustechnik
  • Teilweise unpassende optische Auswahl für den gewählten Bauplatz

Baugenehmigungen und Vorschriften

Alle Gebäude, die dauerhaft bewohnt werden, unterliegen wie ein Haus in Modulbauweise der Genehmigungspflicht. Modulhäuser haben gegenüber einem frei geplanten und gebauten Haus Vorteile. Die Hersteller verfügen über Baupläne und in den meisten Fällen Referenzobjekte. Neben den Erfahrungswerten, die in die technische Umsetzung geflossen sind, führt erhöhte Planungssicherheit zu frühzeitigeren Baugenehmigungsanträgen. Zudem spart der Käufer einige kostenintensive Planungsschritte wie beispielsweise den Architektenentwurf und ein baustatisches Gutachten.

Modulfertighäuser der meisten Hersteller sind technisch bereits „abgeklopft“. Bau- und Konstruktionspläne können frühzeitig und präzise erstellt und eingereicht werden. Modifikationen aus geschmacklichen oder bautechnischen Gründen können „am grünen Tisch“ und virtuell ohne großen Aufwand vorgenommen werden.

Preisspannen für die Anschaffung

Die Basisbausätze für einen Rohbau des modularen Kleinhauses beginnen bei Anschaffungspreisen zwischen 10.000 und 20.000 Euro. In diesem Preis sind Bodenplatten, Stützkonstruktion, Wände, Dach und bei zweistöckigen Häusern eine Zwischengeschossdecke inbegriffen. Mit individuellem Innenausbau einschließlich Installation ohne Möblierung und Haustechnik müssen Kosten bis 50.000 Euro kalkuliert werden. Bezugsfertige Modulhäuser mit Küche, Heizung und gegebenenfalls integrierten Einbauschränken bewegen sich zwischen 50.000 bis 100.000 Euro.

Damit sind die Kosten für einen Wohnungsbau in Modulbauweise in der Regel deutlich günstiger als bei einem herkömmlichen Einfamilienhaus. Hinzu kommt, dass Modulhäuser aufgrund ihrer ökologischen Bauweise und kleineren Wohnfläche auch hinsichtlich der Betriebskosten langfristig Kosten sparen.