mobiles haus in ländlicher umgebungAnders als Camper und Caravans sind mobile Häuser auf dauerhaftes Bewohnen ausgelegt. Allerdings sollte mobiles Wohnen nicht als Möglichkeit verstanden werden, im Wochentakt den Wohnort zu wechseln. Anders als bei rollenden Reiseheimen verlangt ein mobiles Haus nach externen Versorgungsanschlüssen und nach Genehmigungen. Die erforderliche Größe der Mobilhäuser macht viele Modelle zu sperrigem Transportgut, das nur mit Tiefladern oder Sattelschleppern bewegt werden kann. Ein Ladekran ist unverzichtbar.

Nur sehr kleine Ausführungen eines mobilen Hauses verfügen über ein eigenes Fahrwerk. Die Obergrenze der Wohnnutzfläche liegt hier bei etwa zwanzig Quadratmetern, die nur durch innovative Aufklappkonstruktionen erzielbar sind. Ein echtes „rollendes“ Mobilheim kann im Grundschnitt nicht mehr als zehn Quadratmeter Grundfläche besitzen.

Bautypen und Konstruktionsarten

Als Mobilwohnheim werden alle kleinen Häuser bezeichnet, die in irgendeiner Form ihren Standplatz wechseln können. Dazu gehören Haustypen ohne dauerhafte Bodenverankerungen wie fest mit den Wänden verbundene Wände, Hausaufbauten mit dauerhaft angebrachtem oder untermontierbarem Fahrwerk und Wohncontainer. Veranschaulichend kann jede Konstruktionsart, die wie ein „Karton“ transportiert werden kann, als mobiles Haus bezeichnet werden. Grundbedingung dabei ist eine mit dem Aufbau fest verbundene Bodenplatte.

Während Wohncontainer aus einem „Kasten“ bestehen, werden Fertighäuser in Modulbauweise auf einer Grund- oder Bodenplatte aufgesetzt. Ein Fahrwerk kann, muss aber nicht, unterbaufähig vorhanden sein. Im Bereich mobiles Wohnen bieten Hersteller von bewegbaren Fertighäusern ihre Produkte als Modulhäuser, mobile Chalets und Singlehäuser, mobile Minihäuser, rollendes Heim oder Wohncontainer an. Als Bauwerkstoffe werden Holz oder, speziell bei Containerhäusern, Stahl verwendet.

Vor- und Nachteile

Mobile Häuser rufen in vielen Menschen Gedanken und Träume von Unabhängigkeit und Freiheit hervor. Wer sich mit den erforderlichen Einschränkungen bezüglich Platzangebot arrangiert, kann diese Vorteile nutzen. Im dicht besiedelten Deutschland gibt es allerdings nicht nur Vorteile. Vor dem Kauf und Bau sollten die wichtigen Bedingungen, Eigenschaften und Faktoren genau geprüfte werden:

Vorteile:

  • Stand- und Wohnortwechsel möglich („…wenn’s dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“)
  • Anschaffungspreis oft unter 100.000 Euro
  • Vollwertiger Wohnkomfort möglich
  • Ökologische Bauweise zu moderaten Kosten möglich
  • Gegebenenfalls Umzug „Huckepack“ ins Ausland möglich
  • Aufbau und Ausrichtung variabel beispielsweise wegen Ausblick oder Solarmodulen
  • Vermietbar und Verkäuflich mit geringeren Kosten wie entfallender Grunderwerbssteuer

Nachteile:

  • Beschränktes Platzangebot
  • Keine Unterkellerung möglich
  • Beschränkter Höhenaufbau ohne optionale zweite Wohnebene
  • Von Versorgungs- und Kanalisationsanschluss abhängig
  • Zugelassene kommunale Standortbedingungen erforderlich
  • Umfangreiche Genehmigungs- und Zulassungsregeln mit möglicher Standortablehnung

Gesetzliche Regelungen und Vorschriften für transportable Häuser

Anders als in anderen Ländern unterliegt ein mobiles Haus in Deutschland einer Vielzahl von Regelungen, die nicht immer nachvollziehbar sind. Wenn die Anschaffung beziehungsweise der Bau geplant wird, sollten bereits potenzielle Standplätze geprüft werden. Je nach Lage des Stellplatzes, auch auf privatem Grund- und Boden, kommen für ein mobiles Haus folgende Verordnungen und Behörden als Ansprechpartner und Entscheidungsträger infrage:

  • Bauamt
  • Bebauungspläne
  • Brandschutzbehörde
  • Forst- und Wasserämter
  • Grünflächenamt
  • Liegenschaftsverwaltung
  • Katasteramt
  • Naturschutzbehörden
  • Stellplatzverordnungen

Die Vorschriften hinsichtlich einer Baugenhemigung von Wohncontainern oder anderen Formen mobilen Wohnens werden auf kommunaler Ebene geregelt. Je nach Region sind verschiedene Institutionen zuständig. Somit ist es kaum gültig, hier allgemeine Aussagen zu treffen.

Preise und Kosten

Die untere Preisgrenze für bewohnbare, schlüsselfertige bewegliche Häuser liegt bei 20.000 Euro. Die Mehrzahl mobiler Heime ohne eigenes Fahrwerk kostet bis zu 60.000 Euro. Ausgebaute Container sind im Mittel für etwa 50.000 Euro erhältlich. Für ein festes oder bei Bedarf montierbares Fahrwerk sollten zwischen 5.000 und 10.000 Euro kalkuliert werden. Luxuriöse Ausführungen kosten in der Anschaffung bis zu 100.000 Euro. Neben- und Zusatzkosten hängen stark vom Haustyp und dem Stellplatz ab. Abgesehen von individuellen „Standmieten“ für den Stellplatz entstehen laufende Kosten für die Strom- und Wärmeversorgung und den Kanalisationsanschluss.