Die Jurte als Alternative zum Einfamilienhaus

Jurten sind mehr oder weniger befestigte Rundzelte, die ihren Ursprung in asiatischen Steppenlandschaften haben. Sie dienen Nomaden als Wohnstätte und entsprechen in ursprünglicher Funktion mehr einem Zelt als einer festen Bleibe. Die klimatischen und baurechtlichen Bedingungen in Deutschland verlangen Modifikationen. In der Gesetzgebung werden baugenehmigungsfreie fliegende Bauten über Aufstellungszeit und Größe definiert. Als dauerhafter Wohnsitz übertrifft die Jurte diesen Zeitraum. Gängige und vorgeschriebene Versorgungsanschlüsse ziehen weitere rechtsrelevante Regelungen nach sich.

Büro, Erstwohnsitz, Zweitwohnsitz
99.000€
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Zimmer: 5m²: 100

Bungalow, Mobilheim, Modulhaus

Büro, Erstwohnsitz, Zweitwohnsitz
200.000€
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Zimmer: 6m²: 93

Bungalow, Mobilheim, Modulhaus

Erstwohnsitz, Zweitwohnsitz
150.000€
mc cube eco 1

Zimmer: 4m²: 57

Bungalow, Mobilheim, Modulhaus

Wer sich entscheidet, in einem zeltähnlichen Gebäude zu wohnen und eine Jurte kaufen möchte, sollte bei der Planung dem Aufstellplatz erste Priorität einräumen. Dem Prinzip, das auf eigenem Grund und Boden Aufbau- und Gestaltungsfreiheit herrscht, steht das öffentliche Interesse entgegen. Der für mitteleuropäische Breiten ungewöhnliche Wohnstil findet nicht bei jedem Anwohner Anklang. In einem rechtlich variablen Raum dominiert in vielen Fällen das Schillerzitat: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“

Ausführung und Eigenschaften

Ein Jurtenbau wirft eine Reihe von Fragen auf, die bei der Planung unausweichlich sind. Die „romantische“ Idee muss an die realen Durchführungsdetails angeglichen werden.

  • Grundfläche und Höhe des Jurtenaufbaus
  • Baumaterial wie Zeltstoff oder eine Jurte aus Holz
  • Bodenverankerung beziehungsweise Befestigung
  • Beheizungsmöglichkeit und gegebenenfalls Versorgungsanschlüsse
  • Sanitäranlagen und Versorgungsanschlüsse (Abwasser, Frischwasser)
  • Stromversorgung
  • Dämmung und Winterfestigkeit
  • Nutzung als Haupt- oder Nebenwohnsitz
  • Einbruchsschutz und Sicherheit
  • Material, Form, Witterungsbeständigkeit und Belüftung im Jurtendach
  • Erlaubnisfreie und genehmigungspflichtige Vorgaben am Aufbauort

Vor- und Nachteile

Das Leben in Jurten bedingt eine passende Lebenseinstellung, deren Prioritäten in der persönlichen Balancierung der Vor- und Nachteile entscheidungsrelevant gesetzt werden.

Vorteile

  • Abgesehen vom Grundstück keine Mietkosten
  • Abbau und Umzug möglich
  • Charakteristisches Einraumwohnen
  • Runde Grundform und Gestaltungsmöglichkeiten
  • Schneller und kostengünstiger Aufbau
  • Bei entsprechender Bauausführung einzigartiges Wohnklima

Nachteile

  • Bedingte Wintertauglichkeit
  • Eingeschränkte Wärme- und Geräuschdämmung
  • Aufwendige und eventuell externe Schaffung von Sanitärräumen
  • Hohes Heizenergieaufkommen
  • Unsichere Rechtslage insbesondere in strittigen Aufstelllagen

Neben den faktischen Indikatoren existieren viele individuelle Entscheidungskriterien wie ästhetische Gesichtspunkte, Komfortempfinden, Lebenseinstellung und Naturnähe.

Bauerlaubnis und Genehmigungen

Die Bauordnungen der Länder definieren Jurten als fliegende Bauten, solange sie unter 75 Quadratmeter (qm) Grundfläche (Ausnahme Hessen 100 qm) besitzen und höchsten drei Monate aufgebaut werden. Vor der Erstaufstellung braucht die Jurte eine Ausführungsgenehmigung. Wenn Größe oder Frist überschritten werden, treten Einzelfallregelungen in Kraft. Die Landesbauordnungen zielen auf Industriezeltbauten ab und deren Regelungen können zur Orientierung dienen. Bauämter verfügen die Bauantragspflicht und deren Inhalte. Je nach Aufstellplatz und Ausstattung werden weitere Behörden wie Brandschutz-, Wasser- und Liegenschaftsamt eingeschaltet.

Anschaffungskosten

Das deutsche Klima verlangt sowohl bei einer fertig gekauften Jurte als auch beim Jurte selber bauen Anpassung und Dämmung für die hiesigen Verhältnisse. Jurtenbausätze werden ab etwa 4.000 Euro angeboten. Modelle mit Sanitärmodul und genehmigungsfähiger Heizung kosten bis etwa 6.000 Euro. Beim Eigenbau steht die, fast in jedem Fall sowieso geringe, Kostenersparnis im Hintergrund.