FreizeitgrundstückeDie sogenannte Baunutzungsverordnung (BauNVO) legt hierzulande fest, wie Eigentümer ein Grundstück nutzen dürfen. Demnach gibt es reine Wohngebiete, reine Gewerbegebiete und Mischgebiete. Freizeitgrundstücke zählen, wie Hafengebiete, Hochschulgebiete und Klinkgebiete auch, zu den Sondergebieten. Genauer gesagt finden sie Bezeichnung als Sondergebiete, die der Erholung dienen. Dazu zählen oft Schrebergärten, Campingplätze sowie Grundstücke für Ferienhäuser.

Wie darf ich ein Freizeitgrundstück nutzen?

Die Bezeichnung in der Baunutzungsverordnung legt es bereits nahe: Sondergebiete, die der Erholung dienen, sollen ausschließlich eben dieser dienen. Bedeutet: Dauerhaftes Wohnen ist dort tabu. Ferien- und Wochenendhäuser hingegen sind erlaubt.

Tatsächlich ist es jedoch so, dass viele Deutsche ihren Erstwohnsitz auf einen Campingplatz oder eine andere Form von Freizeitgrundstück verlegt haben. In Zeiten von explodierenden Mieten und Wohnraummangel in den Großstädten bieten sie eine gefragte Ausweichmöglichkeit. Und auch wenn das dauerhafte Wohnen auf dem Campingplatz oder in der Ferienimmobilie nicht erlaubt ist, drücken die meisten Kommunen ein Auge zu. So gibt es in Deutschland schätzungsweise mehr als eine halbe Million Dauercamper.

Der Bebauungsplan regelt die Details

Die Baunutzungsverordnung gibt vor, wie größere Flächen genutzt werden dürfen. Also ob beispielsweise als Wohngebiet, Gewerbefläche oder Freizeitgrundstück. Ihr untergeordnet ist der Bebauungsplan. Dieser gibt Aufschluss über weitere Vorschriften für eine konkrete Fläche. So schreibt er vor allem folgende Punkte vor:

  • Regelung, ob ein Grundstück bebaut werden darf
  • Größe und Abmessungen des Gebäudes
  • Bauweise wie Dachform, Garten und verwendetes Material

Eigentümer dürfen auf einem Grundstück demnach nur ein Ferienhaus errichten, wenn a.) Die Baunutzungsverordnung die Fläche als Freizeitgrundstück vorsieht und b.) Der Bebauungsplan den Bau von Gebäuden gestattet.

Sollte die Bebauung erlaubt sein, gilt es darauf zu achten, dass das Ferienhaus den Vorgaben hinsichtlich Größe und Form im Bebauungsplan entspricht.

Der Campingplatz als Ausnahme

Somit erfordert auch das Aufstellen oder Bauen eines Ferienhauses eine Baugenehmigung. Eine Ausnahme davon bilden Campingplätze. Hier bedarf es keiner Genehmigung durch das Bauamt, sondern lediglich der Zustimmung des Platzbetreibers. Das Abstellen des Mobilheims oder kleinen Ferienhäuschens in einer Parzelle auf dem Campingplatz bietet somit eine unkomplizierte Alternative zum oft aufwändigen Genehmigungsverfahren.

Was kosten Freizeitgrundstücke?

Hier kommt es wie normalen Baugrundstücken auch vor allem auf die Lage an. Die Preise schwanken ganz erheblich nach Region. Ein Quadratmeter Schrebergarten kostet bundesweit rund 12 Euro. In Bayern und Berlin ist der Quadratmeter mit jeweils rund 41 Euro und 32 Euro wesentlich teurer. In Sachsen Anhalt hingegen kostet der Quadratmeter Gartenfläche lediglich um die 5 Euro.

Über die Region hinaus ist auch die Mikrolage entscheidend. So sind beispielsweise Freizeitgrundstücke am Wasser sehr beliebt und kosten entsprechend mehr.

Wer ein Grundstück in einem Sondergebiet zur Erholung kaufen möchte, wird auf gängigen Immobilienportalen wie Immobilienscout und Immowelt fündig. Auch auf Ebay Kleinanzeigen gibt es eine große Auswahl. Bei den meisten Grundstücken handelt es sich um bereits bebaute Flächen, sofern die laut Bebauungsplan zugelassen ist.

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