Modernes Holzhaus als Zukunft des WohnensDie steigende Lebenserwartung und die Tatsache, dass es immer mehr Alleinlebende gibt, führen bereits seit Jahren zu Wohnungsknappheit. Das gilt vor allem für Ballungszentren, aber mehr und mehr auch für kleinere Städte.

Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ergab, dass Wohnraum auch in Zukunft knapp und teuer bleibt. Um Kosten zu senken, steht auch beim Wohnen und Bauen der Energieverbrauch im Mittelpunkt. Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen sind die fossilen Brennstoffe endlich. Zum anderen aber muss die CO2-Belastung deutlich gesenkt werden. Wie das mit Hilfe der Photovoltaik funktioniert, erklärt das neue Portal Solarenergie. Bereits heute spielt Sonnenenergie in Niedrigenergiehäusern eine zentrale Rolle. Das sogenannte Passivhaus geht sogar noch einen Schritt weiter. Hier sorgt ein ausgeklügeltes Zusammenspiel von Sonneneinstrahlung auf die Fenster sowie Wärmedämmung dafür, dass die Bewohner ganz ohne Heizung auskommen. Dagegen wird das sogenannte Plusenergiehaus sogar zum eigenen Kraftwerk. Denn hier wird überschüssige Energie direkt ins Stromnetz eingespeist.

Bauen in die Höhe

Doch allein mit sinkenden Energiekosten lässt sich das Wohnraumproblem auf Dauer nicht beheben. Auch weitergehende Konzepte sind gefragt. Eine Möglichkeit ist dabei das Tiny House in verschiedenen Variationen. Denn ein Höchstmaß an Flexibilität in Sachen Standort und Fläche, aber auch autarkes Leben sind mit Sicherheit zentrale Anforderungen beim Wohnen der Zukunft. Dabei sind Tiny Houses oder Containerhäuser mit flexiblem Raumangebot aber nur eine Option. Das Bauen in den Himmel ist die zweite. Kein neuer Trend: Bereits im 18. Jahrhundert versuchten Architekten, das Platzproblem zu lösen, indem sie in die Höhe bauten. Die Altstadt von Edinburgh mit der „New Town“ ist dafür ein gutes Beispiel. Heute gibt es in Tokio ein besonders ehrgeiziges Projekt: die Sky City 1000. Darunter versteht man ein 1000 Meter hohes und 400 Meter breites Gebäude mit einer Nutzfläche von acht Quadratkilometern. Es soll Wohnraum für 36.000 Menschen und 100.000 Arbeitsplätze bieten.

Während die Sky City zurzeit noch reine Zukunftsmusik ist, hat eine andere Strategie gegen den Wohnraummangel längst begonnen: die sogenannte Verdichtung. Damit gemeint ist schlicht der dichtere Ausbau bereits erschlossener Flächen. Einer der Vorteile dieser Strategie liegt darin, dass freie Flächen als Naherholungsgebiete erhalten bleiben.

Ökologie als zentrales Thema

Generell werden ökologische Aspekte beim Bauen immer wichtiger. Spannende Entwicklungen wie Steine aus Altpapier, Häuser aus PET-Flaschen, die in Entwicklungsländern bereits gebaut werden, Karbonfasern als Beton-Alternative oder die Rückkehr zum Lehmbau mit seinem geringen CO2-Fußabdruck werden dabei in Zukunft eine Rolle spielen. Auch Fertighäuser aus dem 3D-Drucker sind unter ökologischen Aspekten interessant. Denn sie können sogar aus Erde und Abfällen hergestellt werden, wie der italienische Druckhersteller WASP zeigte.

Eine Folge des Klimawandels, die viele Menschen bereits heute betrifft, ist die Gefahr von Hochwasser. Darauf haben Architekten in den Niederlanden reagiert und schwimmende Häuser entwickelt. Sie werden quasi direkt auf dem Wasser gebaut und steigen mit Hochwasser einfach auf. Es gibt mittlerweile ganze Siedlungen mit dieser Hausform, unter anderem in Amsterdam oder Leeuwarden.

Das Miteinander gewinnt

Doch nicht nur das Wohnen wird sich in Zukunft verändern, sondern auch das Zusammenleben. So bieten moderne Siedlungs-Genossenschaften die Möglichkeit, gemeinsam einen Garten zu bewirtschaften, oder nur wenige Autos anzuschaffen, diese aber zu teilen. Sogenannte Cluster-Wohnungen dagegen sind im Prinzip aufgebaut wie Wohngemeinschaften: Dabei hat jeder Bewohner einen Raum und ein Bad, der Rest der Wohnung dient der Gemeinschaft. Solche Modelle sparen nicht nur Bauland und Energie, sie sind auch eine Idee, um der Vereinsamung in den Städten entgegenzuwirken.

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