Baubiologie hat das Ziel, einen gesunden Wohnraum zu schaffen. Dabei ist sie interdisziplinär und greift auf Erkenntnisse verschiedener Wissenschaften zurück. Baubiologen bringen dabei vor allem Wissen in den Bereichen der Physik, Chemie und Mikrobiologie mit. Die Tätigkeit reicht von Beurteilung des Grundstücks über die Auswahl der Baustoffe bis hin zur passenden Belichtung des Hauses.

BaubiologieEigentümer ziehen Baubiologen meistens bei Bestandsimmobilien zur Rate. Hier handeln sie dann gemäß dem Leitsatz: Erkennen, Bewerten, Beseitigen. So geht es zunächst darum, Belastungsquellen ausfindig zu machen. Dabei kommen wissenschaftliche Messverfahren wie Raumluftanalysen oder Hausstaubprobenahmen zum Einsatz. Ein wichtiges Credo der Baubiologie ist dabei die objektive Nachvollziehbarkeit der Messwerte. In dieser wissenschaftlichen Ausrichtung grenzt sie sich von eher esoterischen Verfahren wie Rutengängen mit der Wünschelrute oder dem Hausbau nach Feng Shui ab.

Baubiologen werden dabei immer häufiger auch bereits bei Planung von Immobilien zur Rate gezogen. Die Berufsbezeichnung des Baubiologen ist nicht geschützt. Demnach gilt es bei der Beauftragung auf ausreichende Qualifikationen zu achten. Hierzulande bildet das Institut für Baubiologie (IBN) Experten in diesem Bereich aus. Nach bestandener Prüfung dürfen sich Absolventen als Baubiologie IBN bezeichnen. Weitere Anlaufstellen für zertifizierte Experten bilden der Verband Baubiologie (VB) und der Berufsverband Deutscher Baubiologen e.V. (VDB).

Baubiologische Messtechniken

Ein wesentlicher Bestandteil ist die baubiologische Messtechnik. Unter diesem Begriff verbergen sich verschiedene Messverfahren zur gesundheitlichen Beurteilung von Innenräumen. Diese Messungen erfolgen nach dem Standard der Baubiologischen Messtechnik. Dieses Werk beinhaltet eine Übersicht von physikalischen, chemischen, biologischen und raumklimatischen Risikofaktoren, die sich mittels objektivierbarer Messverfahren prüfen lassen.

Ein Beispiel: Ein biologischer Risikofaktor für die Wohngesundheit ist die vermehrte Belastung Hausstaubmilben. Dieser Risikofaktor lässt sich prüfen durch die Entnahme einer Staubprobe und die Messung der darin enthaltenen Milbenanzahl. So lässt sich eindeutig bestimmen, ob ein bestimmter Messwert überschritten wird.

Zu den gängigen Messverfahren der Baubiologie gehören dabei folgende Methoden:

  • Raumluftanalyse: Hier geht es darum, Schadstoffe in der Luft festzustellen. Dazu zählen beispielsweise Schimmelpilze, die sich durch Lichtmikroskope nachweisen und bestimmen lassen.
  • Hausstaubprobe: Organische Verbindungen sammeln sich im Hausstaub. Dieser gibt deshalb vor allem über die Langzeitbelastung Auskunft.
  • Materialanalyse: Dabei werden die Vorkommen von gefährlichen Substanzen wie Teer, Asbest, Quecksilber und Formaldehyd gemessen.
  • Trinkwasseranalyse: Hier messen Baubiologen, ob das Wasser mit Legionellen, Blei oder Bakterien kontaminiert ist.

Ein Baubiologe zeigt dabei zum Beispiel auch auf, welche gesundheitlich unbedenklichen Alternativen es gibt wie beispielsweise natürliche Dämmstoffe. Gesundes Wohnen geht dabei häufig auch mit nachhaltigem Bauen einher.

Was kostet Baubiologie?

Was Hausuntersuchung durch einen Baubiologen kostet, hängt vom Umfang und der Größe des Hauses ab. Eine Beratungsstunde liegt bei Preisen zwischen 50 und 80 Euro. Hier berät ein Experte zu baubiologischen Produkten und Möglichkeiten bei der Einrichtung des Hauses.

Eine konkrete Hausuntersuchung liegt bei Kosten zwischen 150 und 300 Euro pro Raum. Bei einigen Versicherern ist es möglich, die Kosten durch eine entsprechende Zusatzversicherung geltend zu machen. Gerade dann, wenn konkrete gesundheitliche Probleme mutmaßlich durch die Bausubstanz vorliegen, empfiehlt es sich zu prüfen, ob die Versicherung die Kosten für eine baubiologische Beratung übernimmt.

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